Nemetschek legt Jahresabschluss vor und wappnet sich für die Krise

  • Umsatzplus von 2,9 Prozent
  • EBITDA von 31,4 Mio. Euro
  • Perioden Cashflow bei 29,9 Mio. Euro
  • Jahresüberschuss je Aktie 1,08 Euro
  • Eigenkapitalquote von 40,6 Prozent

München, 27. März 2009 – Die Nemetschek AG (ISIN 0006452907), Europas größter Anbieter von Software für Architektur, Ingenieurwesen und Bauindustrie, hat heute ihren Jahresabschluss 2008 veröffentlicht. Wie bereits im Rahmen der Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen berichtet, stieg der Umsatz um 2,9 Prozent auf 150,4 Mio. Euro, zwei Drittel davon erzielte Nemetschek im Ausland. Das EBITDA betrug 31,4 Mio. Euro nach 33,6 Mio. Euro im Vorjahr, damit lag die EBITDA-Marge bei 20,9 Prozent nach 23,0 Prozent im Vorjahr.

Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug 21,0 nach 23,9 Mio. Euro im Vorjahr. Infolge des negativen Zinseffekts durch die veränderte Marktbewertung von Zinssicherungsgeschäften sank der Jahresüberschuss überproportional von 15,3 Mio. Euro auf 11,3 Mio. Euro, während der Perioden Cashflow mit 29,9 Mio. Euro weitgehend stabil blieb (Vorjahr 30,8 Mio. Euro). Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg dank des strikten Forderungs- und Liquiditätsmanagements von 25,3 Mio. Euro auf 30,4 Mio. Euro. Der Cash-Bestand betrug 23,2 Mio. Euro; damit beliefen sich die Netto-Darlehensverbindlichkeiten aus der Graphisoft-Übernahme zum 31.12.2008 auf 26,1 Mio. Euro.

Das Ergebnis je Aktie beträgt 1,08 Euro nach 1,52 Euro im Vorjahr. Auf eine Dividendenzahlung will die Nemetschek AG angesichts der unsicheren Weltwirtschaftslage in diesem Jahr verzichten und stattdessen das Eigenkapital weiter stärken. In 2008 stieg das Eigenkapital von 62,9 Mio. Euro auf 67,9 Mio. Euro, entsprechend erhöhte sich die Eigenkapitalquote von 34,4 auf 40,6 Prozent.

'Der Konzern ist nun auch für eine möglicherweise längere Konjunkturflaute gewappnet, und das solide Jahresergebnis 2008 hat einen Gutteil dazu beigetragen', betonte Ernst Homolka, Vorstand und CEO der Nemetschek AG.

Alle Geschäftsbereiche sind profitabel

Die Software-Lösungen der vier Geschäftsbereiche der Nemetschek AG decken den gesamten Wertschöpfungsprozess ab - von der Planung eines Gebäudes und seiner Visualisierung über den eigentlichen Bauprozess bis zu seiner Nutzung. Alle Segmente im Konzern waren 2008 profitabel. Mit 124,3 Mio. Euro (Vorjahr 121,2 Mio. Euro) stand der Geschäftsbereich Planen - er umfasst die Software-Lösungen der Portfolio-Unternehmen mit Schwerpunkt Architektur und Ingenieurbau - erneut für den Großteil des Konzernumsatzes. Das EBITDA im Segment Planen betrug 24,3 Mio. Euro nach 26,2 Mio. Euro im Vorjahr.

Das Geschäftsfeld Bauen umfasst die alphanumerischen Softwareprodukte, die den eigentlichen Bauprozess begleiten. Bei einem Umsatz in Höhe von 12,9 Mio. Euro (Vorjahr 13,2 Mio. Euro) betrug das EBITDA 3,5 Mio. Euro (4,1 Mio. Euro). Das Geschäftsfeld Nutzen mit seinen Lösungen für das kaufmännische und technische Immobilienmanagement erzielte einen Umsatz von 4,2 Mio. Euro (3,6 Mio. Euro) und ein EBITDA von 0,5 Mio. Euro (0,9 Mio. Euro). Im Segment Multimedia (3D-Software für Visualisierung und Animation) stieg der Umsatz 2008 von 8,1 auf 9,0 Mio. Euro, das EBITDA betrug 3,1 Mio. Euro nach 2,4 Mio. Euro im Vorjahr.

Nemetschek bleibt auch künftig profitabel

Angesichts der unsicheren Weltwirtschaftslage verzichtet der Vorstand der Nemetschek AG vorerst weiter auf eine konkrete Prognose, geht aber insgesamt von einem schwachen Geschäftsjahr 2009 aus. In wesentlichen Märkten des Konzerns sei tendenziell mit einer nachlassenden Nachfrage zu rechnen. 'Nationale Programme zum Ausbau der Infrastruktur und für ökologisches Bauen könnten dies teilweise kompensieren, dürften aber nicht vor der zweiten Jahreshälfte greifen,' erklärte Ernst Homolka, Vorstand und CEO der Nemetschek AG. Die Erwartungen an das erste Halbjahr seien zusätzlich gedämpft angesichts der Tatsache, dass die ersten beiden Quartale 2008 besonders umsatzstark waren.

Im Fall deutlicher Umsatzrückgänge seien abgestufte Kostensenkungsmaßnahmen auf Ebene der Tochtergesellschaften geplant, die auch zeitnah eingeleitet werden könnten, betonte Homolka. Allerdings könnten die einzelnen Gesellschaften durchaus unterschiedlich von der Krise betroffen sein - die Vielfalt an Lösungen und die Breite der Kundenbasis komme dem Konzern in der Krise zugute. Auch der auf 39 Prozent gestiegene Umsatzanteil langfristiger Wartungsverträge sei eine gute Ausgangsbasis. 2009 kämen zudem attraktive Produktinnovationen auf den Markt, die die Nachfrage stimulieren könnten.

Bei Fortsetzung des straffen Kostenmanagements sei der Konzern in der Lage, auch einen eventuellen Umsatzrückgang in der Größenordnung von 10 Prozent so zu kompensieren, dass die EBITDA-Marge 2009 nicht unter 15 Prozent falle, betonte Homolka. 'Wir bleiben in jedem Fall ein profitables Unternehmen mit substanziellem Cashflow - und auch das ist in diesen Zeiten ja keine Selbstverständlichkeit.'