Nemetschek hält operative Marge bei 20 Prozent

  • Halbjahreszahlen vorgelegt
  • Umsatzminus von 11 Prozent
  • EBITDA-Marge stabil bei 19,8 Prozent
  • Operativer Cashflow von 13,6 Mio. Euro
  • Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt

München, 07. August 2009 – Die Nemetschek AG (ISIN 0006452907), Europas größter Anbieter von Software für Architektur, Ingenieurwesen und Bauindustrie,hat im ersten Halbjahr 2009 einen Umsatz in Höhe von 65,2 Mio. Euro erzielt, im Vergleich zum umsatzstarken Vorjahreshalbjahr (73,3 Mio. Euro) entspricht dies einem Umsatzrückgang von 11 Prozent. Dank strikter Kostendisziplin konnte das Unternehmen seine operative Marge (EBITDA) wie erwartet stabil halten. Das EBITDA betrug 12,9 Mio. Euro nach 15,3 Mio. Euro im Vorjahreshalbjahr, damit lag die EBITDA-Marge bei 19,8 Prozent. Der Jahresüberschuss betrug 4,7 Mio. Euro nach 7 Mio. Euro im Vorjahr. Wartungsumsatz auf Vorjahresniveau

Hintergrund des Umsatzrückgangs im ersten Halbjahr sind rückläufige Erlöse aus dem Lizenzverkauf, sie sanken im ersten Halbjahr um 20,9 Prozent von 37,5 Mio. Euro auf 29,7 Mio. Euro. Hingegen blieben die wiederkehrenden Umsätze aus Wartungsverträgen mit 30,6 Mio. Euro stabil. Die Service-Umsätze aus Beratung und Training betrugen 4,7 Mio. Euro nach 4,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Der Inlandsumsatz lag mit 27,5 Mio. Euro auf Vorjahresniveau (27,4 Mio. Euro). In den ausländischen Märkten war die Umsatzentwicklung hingegen rückläufig und erreichte 37,8 Mio.?EUR (Vorjahr: 45,9 Mio. EUR). Der Auslandsanteil betrug somit 58 Prozent vom Gesamtumsatz.

Alle Segmente profitabel

Alle Segmente im Konzern waren im ersten Halbjahr 2009 profitabel. Der Geschäftsbereich Planen - er umfasst die Software-Lösungen mit Schwerpunkt Architektur und Ingenieurbau - stand mit 53,1 Mio. Euro (Vorjahr 60,8 Mio. Euro) erneut für den Großteil des Konzernumsatzes. Die EBITDA-Marge lag bei 17,8 Prozent (Vorjahr: 20,2 Prozent).

Die Unternehmen in den Segmenten Bauen und Nutzen verzeichneten im Vorjahresvergleich ein leichtes Wachstum. Im Geschäftsfeld Bauen - es umfasst die alphanumerischen Softwareprodukte zur Unterstützung des eigentlichen Bauprozesses - stieg der Umsatz von 6,5 Mio. Euro auf 6,7 Mio. EUR. Die EBITDA-Marge betrug 36,9 Prozent (Vorjahr: 27,9 Prozent). Das Geschäftsfeld Nutzen mit seinen Lösungen für das kaufmännische Immobilienmanagement erzielte Umsatzerlöse von 2 Mio. Euro (nach 1,9 Mio. Euro im Vorjahr), die EBITDA-Marge stieg auf 14,6 Prozent (Vorjahr: - 5,8 Prozent). Der Bereich Multimedia (3D Software für Visualisierung und Animation) erzielte Umsatzerlöse in Höhe von 3,5 Mio.EUR (Vorjahr: 4,1 Mio. Euro). Die EBITDA-Marge lag bei 20,9 Prozent (Vorjahr: 31,5 Prozent).

Kosten deutlich reduziert

Dank eines strikten Kostenmanagements konnte der Nemetschek Konzern einen Gutteil des Rückgangs bei den Umsätzen auffangen. Die Personalausgaben blieben im ersten Halbjahr mit 30,8 Mio. Euro (Vorjahr 30,5 Mio. Euro) weitgehend stabil, sie werden im Zuge punktueller Personalmaßnahmen einzelner Tochtergesellschaften im zweiten Halbjahr jedoch sinken. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich um 18,6 Prozent von 24,1 Mio. EUR auf 19,7 Mio. EUR. Dies ist auf zahlreiche Einzelmaßnahmen in allen Konzernunternehmen zurückzuführen, darunter Einsparungen bei den Werbe-, und Vertriebsausgaben sowie bei den externen Personalkosten. Insgesamt sanken die betrieblichen Aufwendungen um 8 Prozent.

Nach 4,8 Mio. Euro Abschreibungen - davon 3,6 Mio. Euro Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus der Verteilung der Kaufpreise für Graphisoft und Scia - betrug das Betriebsergebnis (EBIT) 8,1 Mio. Euro (10,4 Mio. Euro im Vorjahr). Der Jahresüberschuss lag bei 4,7 Mio. EUR (Vorjahr: 7,0 Mio. EUR). Das Ergebnis je Aktie (Konzernanteile) betrug 0,48 EUR nach 0,69 EUR im Vorjahr.

Eigenkapitalquote bei 45 Prozent

Der Nemetschek Konzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2009 einen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 13,6 Mio. EUR (Vorjahr: 16,2 Mio. EUR). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag bei - 10,9 Mio. EUR (Vorjahr: - 22,0 Mio.EUR). Hintergrund ist die Tilgung von insgesamt 9,6 Mio. Euro Darlehensschulden zum 30. Juni 2009. Der Vorjahreswert enthielt im Wesentlichen Tilgungen in Höhe von 12,8 Mio. EUR sowie ausbezahlte Dividenden von 7,0 Mio. EUR.

Die liquiden Mittel des Unternehmens belaufen sich auf 23,4 Mio. Euro nach 20,9 Mio. Euro zum 30.06.2008. Damit liegt die aktuelle Nettoverschuldung des Unternehmens nur noch bei 16,3 Mio. Euro (31. Dezember 2008: 26,1 Mio. EUR). Das Eigenkapital beträgt 72,1 Mio. Euro nach 67,9 Mio. Euro zum 31. Dezember 2008. Die Eigenkapitalquote der Nemetschek AG liegt bei 45 Prozent.

Mitarbeiterzahl gesunken

Zum Stichtag 30. Juni 2009 beschäftigte der Nemetschek Konzern 1.073 Mitarbeiter. Ende 2008 waren es weltweit noch 1.114 Mitarbeiter.

Bestätigter Ausblick

Das Ende der weltweiten Wirtschaftskrise ist noch nicht absehbar und hinterlässt auch in der Bauindustrie seine Spuren. Nach seinen im Juni 2009 aktualisierten Prognosen erwartet der Branchenverband Euroconstruct für 2009 einen Umsatzrückgang in der europäischen Bauindustrie in Höhe von 9,9 Prozent. Für Deutschland erwartet Euroconstruct in 2009 ein Umsatzminus von vier Prozent; die verschiedenen Konjunkturprogramme kommen deutschen Branchenvertretern zufolge nur langsam bei den Bauunternehmen an. 'Mit einer Marktbelebung rechnen wir frühestens im vierten Quartal', so Ernst Homolka, CEO der Nemetschek AG.

Das Management geht jedoch weiter davon aus, bei einem zu erwartenden Umsatzrückgang von rund 10 Prozent im Geschäftsjahr 2009 die operative Marge des Konzerns (EBITDA-Marge) im Bereich von 20 Prozent halten zu können.